5. Oktober 2009

P. Klodt von Juergensburg

P. Klodt



Es gibt wahrscheinlich keinen Menschen in Sankt Petersburg, der die Werke von Pjotr Karlowitsch Klodt von Juergensburg nicht kennt und bewundert. Allgemein bekannt sind vier Pferdeskulpturgruppen auf der Anitschkow Bruecke am Newski-Prospekt, die verschiedene Phasen der Baendigung eines wilden Pferdes darstellen, sowie das Nikolaj I.-Denkmal auf dem Isaaks-Platz.

Pferde von Klodt
Die Werke von P. Klodt wurden anerkannt, als er noch kein Berufsbildhauer war, und noch mehr Interesse und Begeisterung riefen sie hervor, als er schon ein beruehmter Bildhauer wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Legende unter den Zeitgenossen von P. Klodt um, dass der von Pferdeskulpturgruppen begeisterte Kaiser Nikolaj I. wollte, dass diese Skulpturen in allen europaeischen Hauptstaedten als “Geschenk des russischen Kaisers” vorhanden waeren.

Die Familie Klodt ist deutscher Herkunft. 1515 siedelte R. Klodt aus Deutschland nach Livland um. Sein Erbe, Kanzler Just Klodt, bekam 1561 das Schloss Juergensburg als Geschenk. Er uebernahm den Namen Klodt von Juergensburg. Sein Ururenkel Johann-Adolf wurde zum Vize-Gouverneur Rigas. Bei dem Sturm Rigas war er in Gefangenschaft genommen und nach Moskau gebracht. 1714 bekam er vom schwedischen Koenig Karl XII. Den Titel eines Freiherrn. Das Leben der naechsten Generationen der Freiherren Klodt von Juergensburg ist mit Russland fuer immer verbunden.

Pjotr Karlowitsch Klodt von Juergensburg ist am 24. Mai 1805 in St. Petersburg geboren. Die elementare Bildung bekam er im Vaterhaus in Omsk, wo sein Vater als General-Major diente.

Anitschkow-Bruecke
Ab 1823 wurde P. Klodt in Sankt Petersburger Artillerieschule erzogen. Als Junker beschaeftigte er sich gern mit dem Modellieren und schnitt aus Holz kleine Pferdefiguerchen aus. Das Talent des zukuenftigen Kuenstlers zog die Aufmerksamkeit des Kaisers Nikolaj I.

1828 nahm P. Klodt wegen der Krankheit seinen Abschied und gab sich seit dieser Zeit der Skulpturkunst voellig hin. Anfang der 30er Jahre wurde er Schueler der Akademie der Kuenste.
Nikolaj I.-Denkmal
Das erste bedeutende Werk, von Kaiser Nikolaj I. bestellt, war eine riesige Quadriga fuer das 1829 - 1833 von dem Architekten W. Stassow entworfene Narwa-Triumph-Tor. 1833 wurde P. Klodt fuer diese Arbeit zum Akademiemitglied der kaiserlichen Akademie der Kuenste ernannt.

Ab 1838 begann P. Klodt auf Anordnung Nikolaj I. in den Skulpturklassen der Akademie der Kuenste zu unterrichten. Er wurde auch zum Leiter der Giesswerkstatt der Akademie der Kuenste, wobei er seine Werke selbst goss, was selten fuer die russischen Bildhauer war.

Es folgten die Bestellungen: Pferdeskulpturgruppen fuer Berlin, Neapel, Sankt Petersburg; der in Bronze auf Wunsch des Kaisers Nikolaj I. gegossene Basrelieffries “Das Dienen des Pferdes dem Menschen” fuer den Marmorpalast; das Nikolaj I.-Denkmal (1856 - Isaaks-Platz1859 gemeinsam mit Auguste Montferrand erfuellt) auf dem Isaaks-Platz in St. Petersburg; das Krylow-Denkmal im Sommergarten.


Die “Haupthelden” der werke von P. Klodt waren Pferde. Damals widersprach die Darstellung der Pferde und der Reiter als ein “niedriges” Objekt den Prinzipien der “hohen” Kunst und den alten Kunsttraditionen. Jedoch rief die realistische Darstellung der Pferde ein zunehmendes Interesse fuer sei
Krylow-Denkmal im Sommergartenne Werke nicht nur seitens des Kaisers
Nikolaj I., sondern auch seitens “der einfachen Leute” hervor.


Die Statuetten der Kavalleristen, Pferde mit Bereitern sind in das Interieur Mitte 19. Jahrhunderts eingegangen. Zugleich leiteten die Skulpturen von P. Klodt die Entwicklung einer neuen grosse Bedeutung in der russischen Kunstindustrie der zweiten Haelfte des 19. Jahrhunderts hatte.

Narva-Triumph-Tor

Fast alle seine Arbeiten sind unterschrieben: “Gearbeitet und geformt von dem Freiherrn Klodt”. Viele Arbeiten sind mit Aufschriften versehen: das Eigentum der kaiserlichen Akademie der Kuenste”.

hier ist P. Klodt begraben

1858 wurde P. Klodt zum Mitglied der roemischen Akademie des Heiligen Lucas, zum Mitglied der akademie der Kuenste in Berlin und Paris, zum verdienten Professor der Petersburger Akademie der Kuenste.

Die active Taetigkeit schadete seiner schwachen Gesundheit. Am 6. November 1867 ist P. Klodt gestorben.

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1 Kommentare:

johan paterson hat gesagt…

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